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IT‐Forum Fachkräfte – Junge Menschen für IT begeistern

IT‐Forum Fachkräfte – Junge Menschen für IT begeistern

Wie begeistert man junge Menschen für IT?

Diese Frage diskutierten am 14.03. Vertreter von Unternehmen, Schulen und Institutionen auf Einladung des IT-Forum-Oberberg bei der Firma Unitechnik. Im Zuge des digitalen Wandels wird der Bedarf an IT-Fachleuten in Zukunft deutlich größer. Gleichzeitig haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, Ihre Ausbildungsplätze für IT-Berufe mit geeigneten Schülern zu besetzen. Der Kampf um fertige Informatiker ist in vollem Gange. Unternehmen „auf dem Lande“ haben dabei oft das Nachsehen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie wir mehr junge Menschen für Informatik und andere IT-Themen begeistern können, damit sie eine Ausbildung oder ein Studium in dieser Fachrichtung anstreben. Ein anderes wichtiges Anliegen der Unternehmen ist es, dass die Jugendlichen die Karrierechancen in der Heimat kennen lernen, bevor Sie in die weite Welt gehen.

In der bunt gemischten Runde saßen Vertreter von BPW Bergische Achsen, Jokey Plastik, A.S.Création, PC-Team, BergNet, Klingelnberg, Elektrisola, Bartz-und-Bartz, Livinglemon, InterScreen, Unitechnik und von den Gymnasien aus Wiehl und Nümbrecht sowie dem Bergischen Berufskolleg, ferner Vertreter vom Oberbergischen Kreis und der IHK Köln. Gastgeber Wolfgang Cieplik von Unitechnik moderierte die Veranstaltung.

Praktika als Chance für Unternehmen

Im Zuge der Landesvorhabens KAOA (Kein Abschluss ohne Anschluss) schreibt das Schulministerium eine Reihe von Praktika verpflichtend vor (Details unter www.obk.de/kaoa). In der 8. Klasse sind das 3 einzelne Tage, die der Berufsfelderkundung dienen. Der Oberbergische Kreis hat zur Koordination dieser Praktika eine Datenbank eingerichtet, in der Unternehmen Ihre Stellen melden und Schüler diese dann buchen können. Thomas Langenbach vom Oberbergischen Kreis berichtet, dass für den Termin am 10. April in dieser Datenbank 613 Praktikumsstellen erfasst und vermittelt wurden. Davon sind jedoch nur 16 Praktika in IT-Berufen. Viele Unternehmen stehen den eintägigen Praktika für den IT-Bereich sehr kritisch gegenüber, da es sehr schwer ist, an einem Tag Jugendlichen einen so komplexen Beruf nahe zu bringen.

In der Diskussion wurden folgende Lösungsansätze gefunden, um mehr Schülern einen Blick in die IT-Praxis zu gewähren:

  •  Der Tag sollte nicht den Anspruch haben, den Arbeitsalltag eines Informatikers zu vermitteln. Sinnvoller ist es, wenn Schüler die Faszination und Vielfältigkeit von IT erleben und Neugierde geweckt wird.
  • Kleine Aktivitäten sind besser als Vorträge und Besichtigungen, z.B. Programmierübungen an Modellen oder Apps, Erlebnisse in der Virtual Reality, Gestaltung von Webseiten
  • Betreuung von Schüler-Gruppen ist für die Unternehmen viel effektiver als einzelne Schüler zu betreuen. Die Betreuung erfolgt am besten durch Auszubildende.
  • Mehrere kleinere Firmen können sich zusammentun, um einen IT-Pacours zu gestalten. So kann eine Schülergruppe an einem Tag die Vielfalt der IT erleben.
  • Informatik nicht abschreckend darstellen (du musst sehr gut in Mathe sein). In manchen Bereichen der IT ist die Kreativität wichtiger als das analytische Denken.

Ausbildungsmessen

Diese Messen bieten Unternehmen, die Möglichkeit, sich einer großen Anzahl von Schülern zu präsentieren. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass nur besonders engagierte Schüler (oder Eltern) von dieser Möglichkeit aktiv Gebrauch machen. Die Messe OBKarriere mit der Zielgruppe Sek2 wird von den Unternehmen sehr begrüßt. Sie sollten nur mehr Fläche zur Verfügung haben.

  • OBKarriere, Oberbergischer Kreis, Gummersbach
  • Ausbildungsbörse, Bergneustadt
  • Bergische Ausbildungstage, Berufskolleg Wipperfürth
  • Bergisches Career Dating, Lindlar, Lang Academy
  • Berufsorientierungsmesse, Nümbrecht, Sekundarschule Nümbrecht
  • Tag der Ausbildung, Radevormwald, Radevormwalder Unternehmer Netzwerk
  • Traumberuf IT&Technik, Köln

Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen

Von der aktiven Zusammenarbeit können Schüler und Unternehmen stark profitieren. „Bei jeder Form der Kooperation muss jedoch erst mal eine inhaltliche Basis vorhanden sein, bevor man sich um einen formalen Rahmen, wie z.B. einer KURS-Partnerschaft, Gedanken macht“ unterstreicht Stefan Schiffelmann vom Homburgischen Gymnasium Nümbrecht.
Die Schule kann z.B. davon profitieren, dass sie Unterrichtsmaterial gestellt bekommt oder praxisgerechte Übungsaufgaben in den Unterricht einbauen kann. Firmen sorgen über diese Maßnahmen, dafür das Unterricht praxisgerechter wird und sich die Schüler dafür interessieren. Außerdem wird das Unternehmen bei den Schülern bekannt. Der erste Kontakt für solche Kooperationen erfolgt häufig über Eltern, da sie für einen begrenzten Zeitraum Einblick in beide „Welten“ haben.
Herr Schiffelmann erläuterte beispielhaft die KURS-Partnerschaft von Unitechnik mit dem Homburgischen Gymnasium Nümbrecht mit dem Schwerpunkt Informatik.

Alexander von Weschpfennig von der BPW berichtete von einem 2-tägigen Informatikworkshop, den BPW gemeinsam mit Unitechnik veranstaltet hat. Eingeladen waren Oberstufenschüler aus den Gymnasien Wiehl, Nümbrecht und Waldbröl.

Besonders vielversprechend sind Angebote, für die sich Schüler freiwillig entscheiden, bzw. um die sie sich bewerben müssen. Das schafft eine ganz andere Motivation als Pflichtveranstaltungen.

IT-Berufe im Aufwind

Zum Abschluss hatte Jens Combüchen vom Bergischen Berufskolleg noch eine gute Nachricht für die Runde. In der aktuellen Eingangsklasse der IT-Berufe sind aktuell 40 Schüler. Das sind 50% mehr als noch vor 3 Jahren. Wir sind also auf dem richtigen Weg. Weiter so!

Fazit

Den IT-Fachkräftebedarf in einer ländlichen Region, wie dem Oberbergischen Kreis, werden wir langfristig nur decken können, wenn die Schüler auf den weiterführenden Schulen spielerisch an die Vielfalt der Informationstechnologie herangeführt werden. Unternehmen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Nur sie können die Brücke in die berufliche Praxis und damit zu der „Karriereplanung“ der Schüler schlagen. Außerdem ist es wichtig, dass Schüler die heimischen Unternehmen und deren Karrierechancen kennenlernen. Das Engagement von Unternehmen in diesem Bereich ist ein Stück Zukunftssicherung für die Region.